Was studieren? Studienwahl per Selbsttest

»Welcher Flirttyp bist Du?«, »Hörst Du auf Deine innere Stimme?«, »Hast Du ein Feeling für Magic?« – Kommt Dir das bekannt vor? Wer während der Pubertät die Bravo und ähnliche Magazine gelesen hat, kennt auch die wenig aussagekräftigen Psychotests, die man aus Neugierde trotzdem macht. Prinzipiell ähnliche Tests unter dem Motto „Was studieren?“ gibt es auch zur Studienwahl – glücklicherweise sind die meisten in ihrer Aussagekraft deutlich zuverlässiger.

Test

Selbsttests gibt es auch in Papierform, doch einfacher ist es am Rechner.

Was studieren? Die Studienwahl hat sich mit der Einführung des Bachelors deutlich verkompliziert: Plötzlich gibt es so viele verschiedene Programme und Studiengänge, dass man den Überblick leicht verlieren kann. Eine Hilfe aus dem Studienwahl-Chaos: Selbsttests zum finden des richtigen Studiengangs.

Selbsttests zur Studienwahl sind in der Regel gratis. Man füllt innerhalb von 45 bis 60 Minuten einen komplizierten Fragenkatalog aus, der dann von der Plattform ausgewertet wird. Hierbei sollen möglichst alle Neigungen abgedeckt werden: Ist man eher ein Gruppenmensch oder nicht, bringt man die nötige Disziplin mit, passen die Arbeitsfelder zu den Vorlieben? Selbsttests können dabei helfen, auf neue Ideen zu kommen, denn kein Mensch kann vor der Wahl des Studiums alle verfügbaren Studiengänge kennen. So kann es leicht passieren, dass man sich auf ein oder zwei Bachelor-Programme versteift, weil man gar nicht weiß, welche Studiengänge man noch hätte wählen können.

Wer mehrere dieser Tests durchführt, wird sehen, dass jeweils teilweise sehr unterschiedliche Ergebnisse herauskommen. Dies ist auch verständlich, denn die Studienwahl ist alles andere als objektiv. Daher sollte man mehrere Tests machen und die Ergebnisse als willkommene Ratschläge betrachten – jedoch nicht als der Weisheit letzter Schluss. Bei der Wahl des richtigen Studiums sollten die Tests vor allem als Inspiration dienen. Die letztendliche Entscheidung über den passenden Bachelor muss man selbst fällen.

Folgende Selbsttests habe ich bei meinen Recherchen als hilfreich empfunden:

https://powertest.abi.de: Der Studienwahltest der Bundesagentur für Arbeit. Sehr umfangreich, man sollte sich mindestens eineinhalb Stunden Zeit nehmen. Die Anmeldung ist leider unnötig kompliziert.

www.borakel.de: Das Borakel ist ein kostenloser Studienwahltest der Universität Bochum. Der Test ist umfangreich und die Ergebnisse sind hochinteressant. Allerdings werden nur Fächer miteinbezogen, die es auch in Bochum gibt.

www.allianz.de/start/perspektiven_tests: Ein kostenloser Selbsttest der Allianz-Versicherung, der überraschend gut ist. Die Ergebnisse ähneln dem Borakel, denn Allianz und Uni Bochum arbeiten zusammen.

www.was-studiere-ich.de: Der Selbsttest der Universität Hohenheim. Ebenfalls empfehlenswert und gratis.

www.uni-nordverbund.de/selfassessment.html: Die norddeutschen Universitäten haben Eignungstests für verschiedene Fachrichtungen erstellt. Extrem hilfreich für Leute, die zweifeln, ob sie für bestimmte Fächergruppen wie Naturwissenschaften oder Rechtswissenschaften geeignet sind.

Bild: Rémi Carreiro / Flickr.com

Sebastian Horndasch ist Studienberater, freier Journalist und Autor der Bücher Bachelor nach Plan und Master nach Plan. Vorher arbeitete er zweieinhalb Jahre für die Unternehmensberatung Control Risks. Sebastian hat VWL und Politik in Erfurt, Madrid und Nottingham studiert. Er lebt in Berlin.

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