Was studieren? Planung ist Trumpf bei der Masterwahl

Was studieren im Master – und wo? Viele Studenten scheitern am NC für Masterprogramme – doch das muss nicht sein. Wer gut plant, erhält auch ohne Traumnoten einen guten Masterstudienplatz.

Vermeidbare Misere: Die Tür zum Master muss nicht verschlossen bleiben Bild: graur codrin / FreeDigitalPhotos.net

Thilo war geschockt: Der Kölner BWL-Student war sich sicher, dass er mit einer Bachelorabschlussnote von 2,0 einen Platz im Masterprogramm seiner Universität erhalten würde. Im Urlaub erreichte ihn dann die Hiobsbotschaft: Er wurde nicht aufgenommen. Das Problem: Die Universität Köln wählt die Teilnehmer an ihrem BWL-Master einzig nach ihrer Abschlussnote aus. Und in diesem Jahr sehr wurden ausschließlich Studenten bis 1,9 ausgewählt.

Nun steht Thilo ohne Studienplatz da – und muss mit seinem Master mindestens bis zum Sommersemester 2011 warten. Doch was hätte Thilo besser machen können? Viel. Denn mit einer Abschlussnote von 2,0 gehört er zu den besseren BWL-Studenten und könnte sich nun problemlos auf einen Master an einer vergleichbaren oder sogar an einer besseren Hochschule freuen.

Verschiedene Auswahlverfahren

Ein wenig Hintergrund: Hochschulen sind in der Auswahl ihrer Masterstudenten frei. Das heißt, dass sie weitgehende Freiheit darin haben, sich ihre Bewerber auszusuchen. Die meisten Hochschulen nutzen dies, um sich ihre Studenten in einem individualisierten Verfahren auszusuchen – indem sie zum Beispiel Motivationsschreiben, Professorengutachten und Essays verlangen sowie zu Auswahlgesprächen einladen. Diese Verfahren sind allerdings extrem zeit- und arbeitsintensiv, weshalb gerade große Hochschulen wie die Uni Köln den Aufwand scheuen. Das Ergebnis sind schablonenartige Verfahren wie in Köln, in denen nicht auf die individuellen Stärken und Schwächen der Bewerber oder auf möglicherweise verschieden harte Benotungsgrundsätze eingegangen wird.

Wünschenswert sind rein NC-geleitete Verfahren beim Master natürlich nicht – doch sie sind Realität. Thilos Fehler war es, sich nur auf einen einzigen Master zu bewerben und darauf zu vertrauen, dort auch genommen zu werden. Denn Masterplätze sind generell nicht rar: Im Wintersemester 2009/10 konnten viele Plätze nicht gefüllt werden.

So macht man’s besser

Thilos Malaise wäre vermeidbar gewesen, hätte er einige Grundsätze verfolgt:

1. Frühzeitig kümmern! Um gute Masterprogramme zu finden, sollte man früh mit der Recherche beginnen. Nur so hat man beste Chancen, gut auf einen selbst zugeschnittene Programme zu finden. Wer sich auf passende Programme bewirbt, erhöht auch die Chancen, genommen zu werden – zumindest bei individuellen Bewerbungsverfahren.

2. Ausland in Betracht ziehen! Hochschulen im Ausland bieten viele attraktive Masterprogramme – teilweise deutlich attraktiver als hierzulande. Gute Ziele sind zum Beispiel Großbritannien, die Niederlande oder Skandinavien. Die Bewerbungsfristen sind dort meist früh, außerdem muss man sich mindestens sechs Monate vor Studienbeginn für DAAD-Stipendien bewerben.

3. Strategisch arbeiten! Auch mit weniger guten Noten kann man in gute Masterprogramme aufgenommen werden – was zählt, ist die richtige Strategie. Mit überzeugenden Motivationsschreiben und sehr guten Professorengutachten kann so manche schlecht gelaufene Klausur ausgebügelt werden. Und wer über Kontakte zu Professoren verfügt und sich bereits im Vorfeld als kompetenter Bewerber präsentiert, hat noch bessere Karten.

4. An mehreren Hochschulen bewerben! Garantien gibt es bei Masterprogrammen nicht. Man sollte sich für minimal drei Masterstprogramme bewerben – und je nach Aufwand und Aufnahmewahrscheinlichkeit für bis zu zehn.

5. Für die richtigen Programme bewerben! Im Masterbereich gibt es Studiengänge mit allen nur denkbaren Schwerpunkten. Wer sich durch Praktika und Hausarbeiten bereits in eine bestimmte Richtung qualifiziert hat, kann dies bei der Masterwahl für sich nutzen. Denn gerade Nischenmaster suchen Studierende, die genau auf das eigene individuelle Programm passen.

6. Wenn es nicht klappt: Nicht verzweifeln! Wer alle Tipps berücksichtigt, sollte einen Platz in einem guten Masterprogramm finden. Falls es doch nicht klappt, kann man die Zeit bis zum nächsten Semester mit vielen sinnvollen Dingen verbringen: Sprachkursen im Ausland, Praktika, Reisen oder Freiwilligenarbeit zum Beispiel. Nur Rumhängen hilft niemandem.

Wie man all diese Tipps erfolgreich umsetzt, steht in Master nach Plan – dem Studienführer für die Masterwahl. Erhältlich im Buchhandel sowie bei Amazon.de.

Bildrechte: graur codrin / FreeDigitalPhotos.net

Sebastian Horndasch ist Studienberater, freier Journalist und Autor der Bücher Bachelor nach Plan und Master nach Plan. Vorher arbeitete er zweieinhalb Jahre für die Unternehmensberatung Control Risks. Sebastian hat VWL und Politik in Erfurt, Madrid und Nottingham studiert. Er lebt in Berlin.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Die Masterbewerbung – die wichtigsten Tipps | Der Studienplaner

Schreibe einen Kommentar


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.