Ich bin jetzt Anwalt. Für freies Wissen.

So schnell kann es gehen: Ich habe (wieder) einen neuen Job. Ich arbeite seit Oktober 2013 als Projektmanager bei Wikimedia Deutschland – der NGO hinter der Wikipedia. Ziemlich großartig da.

Ich vor dem Wikipedia-Ball. Bild: Christoph Schwerzkopf CC-BY-SA via Wikimedia Commons

Ich vor dem Wikipedia-Ball. Bild: Christopher Schwarzkopf CC-BY-SA via Wikimedia Commons

Gerade kündigte ich den einen neuen Job auf meiner Webseite an und schon ist es mein vergangener: Im September erhielt ich überraschend das Angebot, bei Wikimedia Deutschland als Projektmanager einzusteigen. Ich hatte mich im Frühjahr dort beworben, damals war aber ein anderer Kandidat mir vorgezogen worden. Jetzt wurde wieder eine Position frei. Ich war sehr zufrieden in meinem alten Job bei border concepts. Aber es handelte sich bei der Position bei Wikimedia so ziemlich um meinen Traumjob. Da sagt man natürlich zu.

Was ich dort mache: Ich kümmere mich vor allem um das Thema Open Educational Ressources. Freie Bildungsressourcen. Uns geht es darum, dass möglichst viele Bildungsmittel (Bücher, Aufgaben, Webseiten, Tests etc.) unter freie Lizenz gestellt werden sollen. Warum? Weil erfahrungsgemäß Austausch und Kollaboration die Kreativität fördern, zu besseren Ergebnissen führen und eine moderne digitale Arbeitsweise überhaupt erst ermöglichen. Siehe die Wikipedia. Und wer soll das zahlen? Das wird man sehen. Aber ein Gedanke: Der Staat zahlt jährlich viele Millionen für Schulbücher, die nicht „open“ sind. Warum investiert man Steuergelder nicht lieber so, dass ein jeder die Ergebnisse auch nutzen kann? Käme mir logischer vor.

Das sind alles extrem spannende Fragen. Die Arbeit macht großen Spaß – und zeitigt schon kleine Erfolge.

Dieses Blog steht unter semi-freier Lizenz – ein Widerspruch?

Ich bin überzeugter Anhänger der Idee freien Wissens. Ich habe dieses Blog daher unter eine  Lizenz gestellt, die einem jeden das Kopieren meiner Texte erlaubt. Mit einer Ausnahme: Dies gilt nicht für kommerzielle Zwecke. Schön und gut. Wikimedia setzt sich dagegen dafür ein, dass auch eine kommerzielle Weiterverwendung möglich sein muss.

Mein Problem damit: Viele meiner Texte habe ich für Dritte verfasst und mit ihrem Einverständnis in mein Blog eingestellt. Würde ich meine Texte komplett frei machen, könnte ein jeder sie nutzen, um mit meinen eigentlichen Auftraggebern um die Aufmerksamkeit Googles zu konkurrieren. Das wäre nicht fair. Das möchte ich nicht. Daher nutze ich eine semi-freie Lizenz.

Sebastian Horndasch ist Studienberater, freier Journalist und Autor der Bücher Bachelor nach Plan und Master nach Plan. Vorher arbeitete er zweieinhalb Jahre für die Unternehmensberatung Control Risks. Sebastian hat VWL und Politik in Erfurt, Madrid und Nottingham studiert. Er lebt in Berlin.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: OpenEd #09: Sebastian Horndasch (Wikimedia) | ununi.TV

  2. Sehr geehrter Herr Hornbach,
    ich habe unter dem Link http://images.google.de/imgres?imgurl=https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/7/79/Prof._Dr._Karsten_Weber_-
    das Foto von Karsten Weber gesehen, den der Fotograf Sebastian Hornbach als „Professor für Technikwissenschaften an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg“ präsentiert. Ich möchte dabei richtig stellen: der da abgebildete Herr Karsten Weber hatte an der besagten Uni eine Vertretungsprofessur und ist seit dem Ende des Jahres 2015 nicht mehr an dieser Uni tätig.
    Mit freundlichen Grüßen
    Margarete Müller
    Sekretärin an der BTU Cottbus

  3. Hallo Frau Müller,

    ich bin zwar der Fotograf des Bildes, allerdings habe ich das Bild nicht hochgeladen und bin entsprechend nicht für die Bildbeschriftung verantwortlich. Auf Wikimedia Commons wird immer klar gesagt, welcher User das Bild hochgeladen hat. Bitte wenden Sie sich an die entsprechende Person.

    Mit besten Grüßen

    Sebastian Horndasch (nicht: Hornbach)

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