Ich bin jetzt Anwalt. Für freies Wissen.

So schnell kann es gehen: Ich habe (wieder) einen neuen Job. Ich arbeite seit Oktober 2013 als Projektmanager bei Wikimedia Deutschland – der NGO hinter der Wikipedia. Ziemlich großartig da.

Ich vor dem Wikipedia-Ball. Bild: Christoph Schwerzkopf CC-BY-SA via Wikimedia Commons

Ich vor dem Wikipedia-Ball. Bild: Christopher Schwarzkopf CC-BY-SA via Wikimedia Commons

Gerade kündigte ich den einen neuen Job auf meiner Webseite an und schon ist es mein vergangener: Im September erhielt ich überraschend das Angebot, bei Wikimedia Deutschland als Projektmanager einzusteigen. Ich hatte mich im Frühjahr dort beworben, damals war aber ein anderer Kandidat mir vorgezogen worden. Jetzt wurde wieder eine Position frei. Ich war sehr zufrieden in meinem alten Job bei border concepts. Aber es handelte sich bei der Position bei Wikimedia so ziemlich um meinen Traumjob. Da sagt man natürlich zu.

Was ich dort mache: Ich kümmere mich vor allem um das Thema Open Educational Ressources. Freie Bildungsressourcen. Uns geht es darum, dass möglichst viele Bildungsmittel (Bücher, Aufgaben, Webseiten, Tests etc.) unter freie Lizenz gestellt werden sollen. Warum? Weil erfahrungsgemäß Austausch und Kollaboration die Kreativität fördern, zu besseren Ergebnissen führen und eine moderne digitale Arbeitsweise überhaupt erst ermöglichen. Siehe die Wikipedia. Und wer soll das zahlen? Das wird man sehen. Aber ein Gedanke: Der Staat zahlt jährlich viele Millionen für Schulbücher, die nicht „open“ sind. Warum investiert man Steuergelder nicht lieber so, dass ein jeder die Ergebnisse auch nutzen kann? Käme mir logischer vor.

Das sind alles extrem spannende Fragen. Die Arbeit macht großen Spaß – und zeitigt schon kleine Erfolge.

Dieses Blog steht unter semi-freier Lizenz – ein Widerspruch?

Ich bin überzeugter Anhänger der Idee freien Wissens. Ich habe dieses Blog daher unter eine  Lizenz gestellt, die einem jeden das Kopieren meiner Texte erlaubt. Mit einer Ausnahme: Dies gilt nicht für kommerzielle Zwecke. Schön und gut. Wikimedia setzt sich dagegen dafür ein, dass auch eine kommerzielle Weiterverwendung möglich sein muss.

Mein Problem damit: Viele meiner Texte habe ich für Dritte verfasst und mit ihrem Einverständnis in mein Blog eingestellt. Würde ich meine Texte komplett frei machen, könnte ein jeder sie nutzen, um mit meinen eigentlichen Auftraggebern um die Aufmerksamkeit Googles zu konkurrieren. Das wäre nicht fair. Das möchte ich nicht. Daher nutze ich eine semi-freie Lizenz.

23 Wehnachtsgeschenke für Studierende

Weihnachten steht vor der Tür! Wer einem Studenten ein Geschenk schenken möchte, hat es nicht immer leicht. Hier eine Liste mit Geschenken, die allen Schenkenden die Wahl erleichtern sollte. Nicht nur für Weihnachten, sondern auch für andere Gelegenheiten – und in allen Preisklassen von 10 bis 1.000 Euro.

Geschenke für Studenten bis 15 Euro

Auch mit einem kleinen Budget kann man Studierenden großartige Weihnachtsgeschenke kaufen – vom Kalender übers Notizbuch bis zu pflanzlichen Dopingmitteln gibt es viele günstige Geschenkideen.

1. Für Gelangweilte: Mach dieses Buch fertig!

Mach dieses Buch fertigManchmal will man einfach mal etwas kaputt machen. Sich abreagieren. In anderen Momenten hat man Lust, einfach wie ein kleines Kind mit Farben, Dreck und Klebstoff zu spielen. Schwierig? Nicht mit diesem Buch! “Mach dieses Buch fertig” ist ein Buch zum, nun ja, kaputt machen. Auf äußerst kreative Weise wird man auf jeder Seite aufs Neue aufgefordert, das Buch zu beschädigen. Sehr befriedigend. Und sehr unterhaltsam. Ein wunderbares Geschenk für Studis für 9,95 Euro.

2. Für Intellektuelle: Ein Notizbuch von Moleskine

moleskine-weihnachtsgeschenkSchon Oscar Wilde und Bruce Chatwin nutzten sie: Es gibt keine schöneren Notizbücher als die Klassiker der italienischen Firma Moleskine. Schlicht, schön, edel. Vom Kalender bis zum Städtebuch ist alles dabei. Für Studierende besonders praktisch: Die Blöcke in Extra Large. Ab 10 Euro. Kann aber auch deutlich teurer werden…

3. Nicht nur für Kinder: Der Mädchen- und Familienkalender

Mädchenkalender_14Martina Hoffmann ist eine in Berlin ansässige begnadete Illustratorin. Alle Jahre wieder zeichnet sie zwei wunderbare Kalender: Den Mädchenkalender sowie den Familienkalender. Beide eignen sich für Kinder – aber auch für Erwachsene, denn Martina schafft es, kindheitliche Romantik, Phantasie und Staunen in grandiosen Bildern festzuhalten. In Din A5 für 11,50 Euro, in A4 für 17,50.

4. Gegen die Müdigkeit: Guaraná-Tabletten

Es ist mal wieder spät geworden und der Professor langweilt mit Schachtelsätzen? Kaffee hilft schon lange nicht mehr? Ihr braucht etwas Härteres. Bevor man als Student zu illegalen Drogen greift, sollte man Guaraná ausprobieren. Es handelt sich um eine Pflanze aus dem Amazonas, die sehr viel Koffein enthält. Die Wirkung ist stark, gleichzeitig bleibt eure Verdauung intakt. Das perfekte Geschenk für müde Studenten. Ca. 13 Euro für 100 Kapseln.

5. Vernünftig kochen: Das Kochbuch von Tim Mälzer

Tim Mälzer mag im TV mitunter nerven, doch seine Kochbücher sind hervorragend. Gerade für Einsteiger werden die Rezepte klar und einfach erklärt. Wer in der Lage ist, einer einfachen Anleitung zu folgen, wird mit Hilfe dieses Buches hervorragendste Gerichte hervorbringen. Wer also nicht jeden Tag Pizza oder Nudeln essen oder diesen Gerichten einfach nur einen gewissen Kick geben möchte, ist mit dem Kochbuch von Tim Mälzer gut beraten. 14,95 Euro.

6. Mein Buch: Master nach Plan

Der Master steht bald an? Wer auf der Suche nach dem richtigen Programm ist, wer unsicher ist, wie er sich bewerben soll und wer noch nach der richtigen Finanzierung des Masters sucht, für den ist meinen Buch Master nach Plan das richtige Geschenk. Der strategische Studienführer enthält zahllose Tipps und Tricks zum Finden des richtigen Masters – und zur dann folgenden Bewerbung. 10 Euro bei Amazon.

7. Politisch unkorrekter Spaß mit Diktatoren: Tyrannenquartett

Früher haben wir Autoquartett gespielt, doch das ist – ehrlich gesagt – schon immer eher langweilig gewesen. Welcher Zehnjährige weiß schon, was ein “Hubraum” ist? Politisch unkorrekter, dafür aber umso unterhaltsamer ist das Tyrannenquartett. Franco, Mussolini, Hitler, Stalin, Mao, Idi Amin, Pinochet, Saddam Hussein, Pol Pot und viele andere messen sich in Sachen Todesopfer, Herrschaftsdauer und Vermögen. Ca. 10 Euro bei Amazon. 

8. Großartiges Spiel für die WG: Zündstoff

Das Prinzip von Zündstoff ist so einfach wie genial: Reihum müssen die Mitspieler überraschende, intelligente, mitunter auch intime Fragen beantworten. Beispiele: “Kann man in zwei Menschen gleichzeitig verliebt sein?”, “Wenn du dich nur an einem bestimmten Tag im Jahr waschen könntest, welcher wäre das?”, “Dir muss ein Körperteil abgeschnitten werden. Welches?” Das sorgt für spannende Diskussionen, Gelächter – und dafür, dass man sein Gegenüber besser kennen lernt. Genial für gesellige Gruppen. Ca. 15 Euro. Und wer es richtig prickelnd möchte: Zündstoff Liebe für ca. 12 Euro.

Geschenke für Studenten von 15 bis 30 Euro

Der Geldbeutel lässt ein wenig mehr zu? Dann bieten sich großartige T-Shirts, Lernbücher, ein Espressokocher sowie eine wunderbar gezeichnete Liebesgeschichte als Weihnachtsgeschenk an.

9. Gegen Unbill und Langeweile: Safari to Go

Safari_to_go_geschenke

Die Vorlesung geht einfach nicht weiter? Lernen nervt? Mitbewohner haben mal wieder die Küche verdreckt zurück gelassen? Dann wird es Zeit für etwas Albernheit! Die Handpuppen von Safari to Go sind wunderbar niedlich und eignen sich damit ideal für den kleinen Spaß nebenbei. Hangestrickt und individuell – ein tolles Weihnachtsgeschenk für Studierende. 19,90 Euro.

10. Für Mathematiker: Logicomix

Logicomix_Weihnachtsgeschenk

Mathematische Modelle sind im Regelfall wenig unterhaltsam – was viele Studierende stöhnend bestätigen werden. Im Logicomix werden Fragen der Mathematik und der Logik äußerst unterhaltsam und anschaulich in Geschichten umgesetzt. Eine lehrreiche Graphic Novel, die man nicht mehr weglegen möchte. Für alle Fans von Comics – und darunter sollte es bei Studierenden einige geben – ein tolles Weihnachtsgeschenk. 14,90 Euro.

11. Bestnote – Lernerfolg verdoppeln, Prüfungsangst halbieren von Martin Krengel

Prüfungsstress? Man lernt viel, kann sich aber kaum etwas merken? Welcher Studierende kennt das nicht? Autor Martin Krengel ist Fachmann auf dem Gebiet Lernstrategien und Selbstmotivation. Seine langjährigen Erfahrungen hat er in ein gut lesbares wie schön gestaltetes Buch gegossen. Ganz klare Empfehlung für all diejenigen, die unter Lernstress leiden. Also alle. 15,90 Euro.

12. Garantiert individuelle T-Shirts: Zufallsshirt

Per Zufallsgenerator schafft Zufallsshirt absolute Unikate – die Selbe Kombination aus Spruch, Motiv und Farbe kommt garantiert nicht zweimal. Dabei kommen so aberwitzige Shirts heraus wie das auf dem Bild mit der Beschriftung “Geh, kauf Nuttiges!”. Die Seite ist außerdem ein großer Spaß, selbst, wenn man gar kein T-Shirt kauft. Ab 20,40 Euro.

13. Anrührend gezeichnete Liebesgeschichte: In meinen Augen

Eine anrührende Liebesgeschichte vom unfassbar talentierten französischen Zeichner Bastien Vivès. Der Zeichner und Autor schildert, wie er eine schöne und etwas geheimnisvolle junge Frau kennen lernt und sich in sie verliebt. Die Zeichnungen stecken voller Hingabe und Leben. Fast verliebt man sich ebenfalls ein wenig in die vom Zeichner so begehrte Frau. 18 Euro bei Amazon.

14. Für den kleinen Schwarzen zwischendurch: Bialetti Espressokocher

Bialetti_geschenk_weihnachtsgeschenkStudierende trinken viel Espresso. Sehr viel. Mit den Bialetti Mini Espressokochern bereitet man den Espresso günstig und stylish zu. Die Kocher sind der Standard in fast jeder WG-Küche. Es gibt sie in vielen Ausführungen. Ein wunderbares Geschenk für kaffeesüchtige Studierende. Die Standardgröße für vier Tassen kostet ca. 20 Euro.

15. Für Kreative: Cavallini Papers Stempelset

Stempel_weihnachtsgeschenkWer seinen Dingen eine individuelle Note geben möchte, nutzt Stempel. Einfach, ehrlich, stilvoll. Die Stempel von Cavallini sind qualitativ hochwertig und kommen praktischerweise gleich mit Stempelkissen. Die Auswahl an Stempelsets ist groß. Ein Set mit 26 Großbuchstaben kostet etwa 22 Euro.

Geschenke für Studenten von 30 bis 100 Euro

Das Geschenk für den Studi darf ein wenig mehr kosten? Dann bieten sich zum Beispiel Taschen und Rucksäcke an. Oder wie wäre es mit etwas ausgefallenem, zum Beispiel einem Schokoladenabo oder einem individuell kreierten Parfüm?

16. Studis in Serie glücklich machen: Das Schokoladenabo von Chocri

Gerade in harten Lernphasen brauchen Studierende das beste Futter für Geist und Seele: Schokolade. Warum also nicht ein Schokoladenabo verschenken? Chocri stellt per Hand nachhaltige, komplett individuelle, CO2-freie und vor allem leckere Schokoladentafeln her. Das Sechsmonatsabo kostet 59 Euro, das Jahresabo 109 Euro.

17. Für Fahrradfahrer: Rucksack Ortlieb Velocity

Die meisten Studenten fahren viel Fahrrad. Laptop, Bücher und Aufzeichnungen wiegen viel und drücken auf die Schultern. Glücklich, wer da über einen guten Rucksack verfügt – wie dem Ortlieb Velocity. Der Hüftgurt sorgt für Entlastung der Schultern, die Rückenauflage für Komfort und die Bauart dafür, dass der Inhalt selbst bei sintflutartigem Regen trocken bleibt. Stylish, belastbar und absolut bequem. Ca. 80 Euro.

Geschenke für Studenten über 100 Euro

Sie wollen einem Studierenden mit Ihrem Weihnachtsgeschenk eine große Freude machen? Dann schauen Sie sich folgende Geschenkideen an:

18. Ebooks strahlend klar lesen: Das Kindle Paperwhite

Bisher war das Lesevergnügen auf Ebook-Readern nur mittelmäßig: Dunkelgrauer Text auf hellgrauem Grund. Mit dem Kindle Paperwhite hat dies ein Ende: Man ließt die Texte nun in ungekannter Schärfe auf weißem Grund. Endlich ein Lesegefühl, das dem eines echten Buches gleich kommt. Grade auf Reisen und im Urlaub praktisch: Der Akku hält quasi ewig. Ein praktisches Geschenk für Studenten. Und außerdem: Der Testsieger bei Stiftung Warentest. Wenn das mal kein Argument ist. Für 129 Euro.

19. Für Reisen: Vaude Terkum 65 Liter Rucksack

Vaude_Terkum_GeschenkWer individuell reist, kommt mit einem Rollkoffer schnell an seine Grenzen. Was man braucht, ist ein Trekkingrucksack. Ein guter Rucksack ist leicht, verteilt das Gewicht gut auf dem Körper – und geht nicht kaputt. Die Rucksäcke von Vaude sind nicht die günstigsten, bestechen aber durch Tragekomfort und durch hervorragende Fertigungsqualität. Ich bin selbst Rucksackreisender und weiß, wie viel ein richtig guter Rucksack wert ist. Zwischen 160 und 200 Euro.

20. Absolut genial: Das iPad Mini

Man muss es in der Hand gehalten haben: Das iPad Mini ist unfassbar leicht, absurd dünn, wunderschön, schnell und praktisch. Und mit dem Retinadisplay ist es nun auch unfassbar scharf. Und ja, es ist etwas teurer als andere Tablets – dafür ist es aber auch besser. Der Akku hält ewig und das System ist selbst für Großeltern leicht bedienbar. Der Preis beginnt bei 389,- Euro für das 16GB Modell.

21. Einstieg in die Spiegelreflexklasse: Canon EOS 1100D oder Canon EOS 700D

Die Handykamera reicht nicht mehr aus? Dann lohnt sich der Kauf einer Spiegelreflex. Die Canon EOS 1100D ist das Einstiegsmodell von Canon. Für 350 Euro erhält man die Kamera selbst sowie ein gutes Objektiv mit 18-55mm Brennweite. Wer allerdings richtig professionell einsteigen möchte, kauft gleich für ca. 650 Euro die EOS 700D, die zwar deutlich teurer ist, aber für ambitionierte Fotografen ein weitaus größeres Entwicklungspotential bietet. Und ja, das macht einen ziemlichen Unterschied. Ca. 350 Euro für die 1100D mit Objektiv, ca. 650 Euro für die EOS 700D mit Objektiv.

22. Tolle Fotos: Sony NEX-5TLB Systemkamera

Spiegelreflexkameras sind zu sperrig und doch will man nicht auf hervorragende Bildqualität verzichten? Dann kommt nur eine Systemkamera in Frage. Diese Kameras haben ebenfalls Wechselobjektive, allerdings verzichten Sie auf einen Spiegel und damit auf einen eigenen Sucher. Damit kommen Sie auf etwa die halbe Größe einer Spiegelreflex – bei  gleicher Bildqualität. Eine besonders gute Wahl ist die Sony NEX T5, die durch leichte Bedienung und qualitativ hochwertige Objektive besticht. Ich selbst besitze diese Kamera und kann bestätigen: Die Fotos sind großartig. Für ambitionierte Jungfotografen unter den Studierenden das perfekte Weihnachtsgeschenk. Ca. 550 Euro.

23. Das perfekte Laptop: Das MacBook Air

Wer viel Geld zu vergeben hat, verschenkt das MacBook Air – der perfekte Computer für Studierende. Das Gerät ist unvorstellbar schnell, leise, leicht und praktisch. Als ich es zum ersten Mal genutzt habe, konnte ich selbst nicht glauben, wie gut es ist. Die Preise beginnen bei etwa 1.000 Euro – einerseits viel Geld, andererseits ist es das wert. Auch sehr empfehlenswert: Die Garantieerweiterung von Gravis auf 3 Jahre für 99 Euro.

Die Bildrechte liegen allesamt bei den jeweiligen Herstellern beziehungsweise Dienstleistungsunternehmen.

Motivationsschreiben für Bachelor und Master: Wie sag ich’s nur?

Motivationsschreiben werden oft bei Bewerbungen für Masterstudiengänge verlangt – und auch für Bachelorprogramme werden sie immer häufiger Pflicht. Doch wie sieht ein gutes Schreiben aus? Eine Anleitung.

Kein Grund zur Panik: Das Motivationsschreiben

ACHTUNG: Aus diesem Artikel wird sehr viel abgeschrieben – denn man findet ihn leicht, wenn man zum Beispiel “Motivations-schreiben Master” sucht. Bewerbungskommissionen kennen diese Formulierungen und sortieren Ihre Bewerbungen aus, wenn Sie plagiieren – wie dieser Blogpost beweist. Nutzen Sie die Beispiele als Inspiration, aber kopieren Sie sie auf keinen Fall.

Das Motivationsschreiben bildet zusammen mit dem Abitur- oder Bachelorzeugnis das Herz der Bewerbung um einen Studienplatz. Hier kann man seine Stärken hervorheben, die eigene Motivation deutlich machen und mögliche Defizite erklären. Durch ein fehlerbehaftetes Schreiben kann man sich allerdings auch um seine Chance auf einen Studienplatz bringen – insbesondere Rechtschreibfehler können ein Ausschlusskriterium sein. Doch mit der richtigen Struktur ist das Motivationsschreiben nur halb so schwer.

Noch eins vorweg: Es gibt exakt eine zentrale Botschaft im Motivationsschreiben. Diese lautet: Was qualifiziert mich für das Studium?

Formalitäten im Motivationsschreiben

Das Motivationsschreiben für Bachelor oder Master sollte länger sein als eine typische Bewerbung für ein Praktikum. Wenn die Hochschule keine genauen Vorgaben macht, sind 500 Wörter ein guter Richtwert. Etwas mehr ist akzeptabel, allerdings sollte man nicht mehr als 750 Worte nutzen. Mehr als zwei Seiten sollte das Schreiben nicht umfassen. Machen Sie sich bewusst, dass die Prüfer oft hunderte von Bewerbungen lesen – wer übertrieben viel schreibt, fällt da negativ auf.

In der Regel führen Sie Ihre gesamten Bewerbungsunterlagen mit einem kurzen und freundlichen Anschreiben ein. Hier finden Sie ein Beispielanschreiben, an dem Sie sich orientieren können. Wenn die Bewerbungsunterlagen mit einem entsprechenden Anschreiben beginnen, ist es nicht nötig, das Motivationsschreiben mit Briefkopf und Betreff zu versehen. Falls Sie kein Anschreiben voranstellen, sollten Sie im Motivationsschreiben dagegen einen Briefkopf anbringen.

Insgesamt sollte man im Motivationsschreiben auf eine saubere Aufmachung und eine leserliche Schriftgröße achten, alles andere deutet auf Nachlässigkeit hin. Nutzen Sie saubere Schriftarten wie Arial, Helvetica oder Calibri. Wenn Sie Serfien bevorzugen, können Sie Garamond wählen. Aber bitte nicht Times New Roman. Schriftgröße: 11. 10 geht auch. 12 ist ausgedruckt zu groß. Die Absätze im Motivationsschreiben sollten maximal sieben Zeilen lang sein, besser kürzer. Und: Zwischen die Absätze gehört eine freie Zeile.

Nicht abschreiben!
Lassen Sie sich von den Beispielen fürs Motivationsschreiben inspirieren, aber kopieren Sie sie nicht. Ich habe Rückmeldungen von Hochschulen bekommen, dass bis zu 20% der Masterbewerber Formulierungen aus dieser Anleitung für Motivationsschreiben nutzen. Das lässt Sie nicht gut aussehen. Texten Sie Ihre Bewerbung fürs Studium also selbst – es ist in Ihrem eigenen Interesse.

Daneben sollten Sie das Motivationsschreiben dringend auf Rechtschreibfehler prüfen. Das klingt offensichtlich, ist es aber nicht: Etwa jede vierte Masterbewerbung enthält so viele Rechtschreibfehler, dass sie von Prüfungskommissionen gleich aussortiert wird. Gerade im akademischen Bereich werden Rechtschreib- und Kommafehler als Zeichen von Respektlosigkeit und mangelnden intellektuellen Fähigkeiten gesehen. Daher rate ich, das Schreiben von jemandem gegenlesen zu lassen, der Fehler zuverlässig erkennt. Folgender Satz zum Beispiel minimiert trotz guter Wortwahl die eigenen Chancen auf Aufnahme:

Ich bin überzeugt das ich ihre hohen Standards im International Master erfüllen und mich bei ihnen weiterentwickeln kann.

Achtung: Viele Hochschulen machen detaillierte Angaben dazu, wie lang das Motivationsschreiben sein soll und was drin stehen muss. Halten Sie sich unbedingt an die Vorgaben – meine Angaben sind immer nur eine Richtschnur.

Wie strukturieren?

Verzweifelt man über den Text, kann die Tastatur schon durchaus bedrohlich wirken. Bild: Solo / Flickr.com

Verzweifelt man über den Text, kann die Tastatur schon durchaus bedrohlich wirken. Bild: Solo / Flickr.com

Es gibt eine riesige Anzahl an möglichen Strukturen für Motivations-schreiben. Mein erster Rat lautet immer: Entwickeln Sie Ihre eigene. Je individueller ein Motivations-schreiben ist, desto besser. Halten Sie sich nicht an Standardformulierungen, argumentieren Sie offen und ehrlich aus sich selbst heraus. Gleichzeitig weiß ich, dass eine runde Struktur für viele Leute eine große Herausforderung ist. Daher biete ich Ihnen im Folgenden Beispielstrukturen an. Diese können Sie einfach in Ihr leeres Dokument kopieren und dann die entsprechenden Teile schreiben. Denn ich weiß selbst: Kann man sich an einer Struktur entlang hangeln, fällt das Schreiben gleich einfacher.

Struktur für Abiturienten

Als Abiturient haben Sie im Regelfall noch nicht allzu viele Erfahrungen gemacht. Sie werden also stark aus sich selbst argumentieren müssen.

  • Einleitung (1 Absatz)
  • Warum die Fachrichtung: Generell (1 Absatz)
  • Passende schulische Erfahrungen (1 Absatz)
  • Passende praktische und familiäre Erfahrungen (1 Absatz)
  • Zukunft: Was wollen Sie mal werden? (1 Absatz)
  • Warum das Zielprogramm und die -hochschule (1-2 Absätze)
  • Schlusssatz und Grußformel (1 Absatz)

Struktur für Masterbewerber

Masterbwerber müssen weitaus akademischer argumentieren als Abiturienten. Sie müssen auf Ihr Studium eingehen und auf Ihre Bachelorarbeit. Sie müssen zeigen, dass Sie fachlich gut sind.

  • Einleitung (1 Absatz)
  • Bisheriges Studium: Entscheidungsgründe, Schwerpunkte, Bachelorarbeit (2-3 Absätze)
  • Passende Praxiserfahrungen (0-2 Absätze, je nach Praxisorientierung des Programms)
  • Zukunft: Was wollen Sie mal werden? (1 Absatz)
  • Zielprogramm und -hochschule (1-2 Absätze)
  • Schlusssatz und Grußformel (1 Absatz)

Motivationsschreiben: Beim Einstieg gleich zur Sache

Der Einstieg treibt Viele zur Verzweiflung.

Viele Motivationsschreiben beginnen in etwa so:

Meine Bewerbung für den Studiengang Master of Science in International Studies begründe ich wie folgt: Schon seit frühester Kindheit interessiere ich mich für internationale Studien. Während meiner Recherchen bin ich auf Ihr Programm gestoßen. Die besondere Struktur Ihres Masterprogramms hat mich dazu bewogen, mich bei Ihnen zu bewerben.

Klingt erst einmal gut, was ist also an diesem Einstieg falsch? Fast alles. Ganze zwei von vier Sätzen sagen nur das Offensichtliche: Man bewirbt sich. Spannend. Dass man sich daneben grundsätzlich für das Thema interessiert, sollte klar sein, sonst würde man sich ja nicht bewerben. Und dass man während der Recherchen auf das Programm gestoßen ist, lässt den Leser fragen: Wie denn sonst? Genau betrachtet hatte dieser Einstieg also keinerlei Inhalt. Wer so beginnt, hat den Leser bereits in einen geistigen Schlummerzustand geschickt.

Doch wie sieht ein guter Einstieg für ein Motivationsschreiben für Bachelor oder Master aus? Ich sehe da zwei gute Varianten: 1. Die Zusammenfassung, 2. Der direkte Einstieg.

Einstieg ins Motivationsschreiben per Zusammenfassung

Man sollte seine zwei, drei besten Argumente voranstellen. So wird sofort klar, was man will und wer man ist. Folgende Fragen kann man sich stellen: Was qualifiziert mich für den Master? Warum passe ich in das Programm? Was motiviert mich? Das zu formulieren, ist gar nicht einfach. Die beste Strategie ist es, den Einstieg erst am Ende zu schreiben, denn dann ist mal sich in seinen Argumenten mehr im Klaren. Ein gutes Beispiel für einen Einstieg:

Mein berufliches Ziel ist es, eine Führungsposition in Wirtschaft oder Gesellschaft zu übernehmen. Um diese Aufgabe akademisch fundiert, reflektiert und erfolgreich ausüben zu können, möchte ich eine bestmögliche wissenschaftliche Qualifikation erwerben. Ihr renommiertes Masterprogramm in International Studies mit seinen Schwerpunkten in den Bereichen Internationalism und Globalism sehe ich – auch eingedenk meines Bachelorarbeitsthemas „Internalisierte Internationalität im nationalen Kontext“ – als idealen Ausgangspunkt für meinen weiteren Lebensweg.“

Mit diesem Einstieg macht man sofort klar, worum es geht, was die Ziele sind und warum das Masterprogramm auf einen passt. In der weiteren Bewerbung folgen dann die Details sowie weitere, sekundäre Argumente. Es muss sich im Übrigen keineswegs um einen derart karriereorientierten Einstieg handeln. Dieser Anfang wäre bei der Bewerbung für ein prestigeträchtiges BWL-Programm angemessen. Wer eher wissenschaftliche oder an persönlichem Interesse ausgerichtete Ziele hat, sollte mit diesen argumentieren.

Direkter Einstieg ins Motivationsschreiben

Ein alternativer Einstieg ins Motivationsschreiben wäre, schlicht den Einstieg wegzulassen. Beginnen Sie einfach direkt mit Ihren Argumenten. Kein Drumherum reden. Das wirkt beim Schreiben ersteinmal merkwürdig, funktioniert aber.

Hauptteil: Fakten, Fakten, Fakten

Der Hauptteil: Wer hier durch Inhalte punktet, gewinnt.

Der Hauptteil nimmt den größten Teil des Textes ein. Hier beschreibt man in der Regel folgende Dinge:

  • Der Grund für die Wahl des Bachelors (oder im Fall von Abiturienten der Schwerpunktfächer)
  • Die akademischen Schwerpunkte während des Bachelors sowie das Bachelorarbeitsthemas (beziehungsweise die Inhalte der Leistungskurse in der Schule, falls diese kompatibel sind)
  • Eine gute Begründung, warum man den Studiengang studieren möchte
  • Die beruflichen Ziele

Wichtig ist es dabei, stets das Zielstudium im Auge zu behalten. Also nur relevante Fakten nennen und mit dem Master in Verbindung bringen. Ein Beispiel, wie man ein Praktikum elegant mit dem Studienwunsch verknüpfen kann:

„In meinem Praktikum bei der Firma International PR konnte ich zahlreiche Erfahrungen im Bereich der öffentlichen Kommunikation machen. Dies hat meinen Wunsch, nach meinem Bachelorabschluss mein Wissen in diesem Fachbereich zu vertiefen, gefestigt. Die optimale Möglichkeit für dieses Vorhaben bietet ihr Masterprogramm in Öffentlichem Marketing mit seinen Schwerpunkten X und Y.“

Gerade bei Bewerbungen für Hochschulen kommt es auf den Inhalt an – denn es werden keine Verkäufer gesucht. Hochschulen möchten Studierende, die motiviert sind und intelligent argumentieren können. Im Motivationsschreiben muss daher gezeigt werden, dass man sich mit dem angestrebten Studium auseinander gesetzt hat. Dazu sollte man recherchieren: Wichtig können Punkte wie die Studienschwerpunkte, die Professoren, die Zusammensetzung der Studierenden, die internationalen Kooperationen oder das Standing in den wichtigen Rankings sein. Aus all diesen Dingen können sich gute Argumente ergeben. Meist muss man gar nicht lange suchen: Universitäten heben ihre Vorteile in den eigenen Broschüren hervor.

Nicht abschreiben!
Lassen Sie sich von den Beispielen fürs Motivationsschreiben inspirieren, aber kopieren Sie sie nicht. Ich habe Rückmeldungen von Hochschulen bekommen, dass bis zu 20% der Masterbewerber Formulierungen aus dieser Anleitung für Motivationsschreiben nutzen. Das lässt Sie nicht gut aussehen. Texten Sie Ihre Bewerbung fürs Studium also selbst – es ist in Ihrem eigenen Interesse.

Vermeiden sollte man platte Motivationsaussagen wie folgende:

Ich bin von Ihrem einmaligen Programm und Ihrer Universität begeistert und wäre stolz und motiviert, bei Ihnen studieren zu dürfen.

Inhaltlich ist das nicht überzeugend. Trotzdem sollte man seine Begeisterung zum Ausdruck bringen. Ein wenig mit Argumenten gefüttert, klingt es schon viel besser:

Ihr Programm überzeugt mich aufgrund der in dieser Form einmaligen Verzahnung der Felder Verwaltungswissenschaften und Management. Dass die Universität daneben von der Exzellenzinitiative ausgezeichnet wurde, spricht für Ihre hohe Qualität und motiviert mich, als Masterstudentin Teil Ihrer Hochschule werden zu wollen.“

All diese Dinge sollten im Motivationsschreiben natürlich in eine vernünftige Struktur gegossen werden. Dafür gibt es keine Schablone, denn jeder Lebenslauf und jedes Studienprogramm ist verschieden. Beim wissenschaftlich ausgerichteten Master sollte man einen im Motivationsschreiben Schwerpunkt auf Bachelorarbeit und Studienschwerpunkte setzen, beim eher berufspraktisch orientierten Programm sind es auch die Praktika. Wer sich als Abiturient bewirbt, hat natürlich noch keine großen Berufserfahrungen und hat auch noch nicht wissenschaftlich gearbeitet. Hier kann man dann praktischer argumentieren. Wichtige Argumente im Motivationsschreiben für den Bachelor wären zum Beispiel die Leistungskurse, belegte Arbeitsgemeinschaften, passendes soziales Engagement oder ein Schulpraktikum.

Wichtig ist es, die Absätze trennen und so für eine vernünftige Struktur zu sorgen. In einem Absatz könnte man sein bisheriges Studium und die Entscheidungsgründe dafür schildern, danach die relevanten Praktika, danach die Zukunftswünsche sowie der Grund, warum man sich genau für das bestimmte Studium bewirbt. Wichtig ist, dass das Motivationsschreiben beim Lesen eine rote Linie bildet. Wer thematisch ständig springt, lässt den Leser verwirrt zurück.

Idealerweise sollte ein Motivationsschreiben daneben keinerlei Phrasen und inhaltsleere Aussagen enthalten. Das ist nicht immer leicht umzusetzen. Ein Trick ist es, das Schreiben einige Tage ruhen zu lassen und es sich dann noch einmal anzuschauen. Ohne Tunnelblick sollten Sie jeden einzelnen Satz prüfen und sich kritisch fragen: Ist das so sinnvoll? Ist das wirklich relevant?

Einige weitere Beispiele für inhaltslose oder nicht relevante Sätze:

  • Die Vorlesungen meines Bachelors waren durchweg sehr interessant
  • Ich möchte ein Erasmussemester machen, da internationale Erfahrungen wichtig sind”
  • Gelsenkirchen ist eine abwechslungsreiche Stadt mit zahlreichen Freizeitangeboten.

Einre große Sammlung an zu vermeidenden Fehlern im Motivationsschreiben biete ich hier.

Ende des Motivationsschreibens: Hier dürfen Sie bauchpinseln

Geschafft!

Anders als der Beginn geht der Abschluss des Motivations-schreibens leichter von der Hand. Im letzten Absatz kann man noch einmal seine Motivation hervorheben. Am Ende bleibt eine Grußformel. Ein Beispiel (Bitte nicht übernehmen! Dieser Absatz wird sehr viel kopiert!):

Mir ist bewusst, dass Ihre Fakultät den Bewerbern nur eine begrenzte Anzahl von Studienplätzen anbietet. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass mich meine akademische Vorbildung dazu befähigt, Ihren hohen akademischen Standards mehr als zu genügen und einen engagierten Beitrag zum Leben und Arbeiten an der Universität Gelsenkirchen zu leisten.

Über eine positive Entscheidung zu meiner Bewerbung würde ich mich daher sehr freuen.

Es wäre im Übrigen ein Fehler, die Beispielformulierungen eins zu ein zu übernehmen. Man muss sich bewusst machen, dass auch andere Leute dieses Blog lesen. Wenn zwei Leute identische Formulierungen nutzen, kann das peinlich werden.

Ein gutes Schreiben braucht Zeit und Muße. Man sollte sie sich nehmen.

Weiter lesen

Wer ein Motivationsschreiben braucht, braucht in der Regel auch einen Lebenslauf. In diesem Blog habe ich eine Anleitung für den Lebenslauf geschrieben – und zwar mit konkreten Beispiel-Lebensläufen. Wer nach der Bewerbung zum Auswahlgespräch geladen wird, der kann sich mit meinem Artikel zum Auswahlgespräch an Hochschulen vorbereiten. Außerdem ist dies nicht mein einziger Artikel zum Motivationsschreiben. Unter anderem Berichte ich hier über Fehler im Motivationsschreiben fürs Studium, die Sie vermeiden sollten. Alle Artikel zum Motivationsschreiben finden Sie hier.

Und wenn es gar nicht mehr geht

Wenn nichts mehr geht: Horndasch hilft!

Wer trotz dieser Anleitung Schwierigkeiten hat, ein gutes Motivations-schreiben anzufertigen, kann mein Buch Master nach Plan kaufen, das zahlreiche Tipps und Beispielanschreiben enthält.

Anmerkung
Dieser Artikel ist zuerst bei meinen Freunden von Studis Online unter dem Titel “Wie sag ich’s nur - Motivationsschreiben für ein Studium” erschienen. Studis Online stellt Informationen zu wirklich allen Bereichen des Studiums bereit – ein Besuch der Seite lohnt sich immer.

PS: Falls Sie noch unsicher sind, was Sie überhaupt im Bachelor studieren sollen, hilft möglicherweise mein Ratgeberartikel Was Studieren? mit vielen Tipps für die schnelle Studienwahl.

Bilder:

1. Bild (Dinosaurier): Superamit / Flickr.com

2. Bild (Verzweifunlung): alobar77 / Flickr.com

3. Bild (Jumping): Daniël Silveira / Flickr.com

4. Bild (Farben): Camdiluv ♥ AmmyLynn / Flickr.com

5. Bild (Help): Helga Weber / Flickr.com

Persönliche Meldung: Neuer Job, neuer Master und neue Profile

Gute Neuigkeiten: Ich habe einen Vollzeitjob als Leiter der Studienberatung von border concepts angenommen, Deutschlands bester Adresse für Hochschulmarketing. Gleichzeitig verlagere ich meine Aktivitäten zunehmend auf die sozialen Medien Twitter und Facebook. Und: Ich habe einen berufsbegleitenden Master begonnen. Viel auf einmal. Höchste Zeit, diese Neuigkeiten alle zu teilen.

Neuer Job, neue Infokanäle, neuer Master, alte Unbestechlichkeit im Urteil.

Neuer Job, neue Infokanäle, neuer Master, alte Unbestechlichkeit im Urteil.

Neuer Job

Seit Mai 2013 bin ich Leiter der Studienberatung bei border concepts. Die Firma steckt hinter den äußerst erfolgreichen Master and More Messen und hat gerade mit Bachelor and More eine neue Kampagne gestartet, die sich an Abiturienten richtet. 2014 soll es gleich drei Bachelor and More Studienwahlmessen geben – und wer gut hinschaut, sieht, dass ich dort intensiv involviert sein werde. Meine Aufgaben: Als Experte die verschiedenen Formate der Firma voran bringen. Und die Studienberatung massiv ausbauen. Spannend und herausfordernd. Dies bedeutet aber auch, dass ich in Zukunft leider wengier regelmäßig bloggen werde.

Soziale Medien

Die Mediennutzung ändert sich. Facebook ist für viele inzwischen das zentrale Informationsportal. Twitter folgt mit einigem Abstand, auch wenn ich vermute, dass beim deutschen Twitter in der Hauptsache ganz viele Marketingmenschen einander folgen und die Tweets des jeweils anderen gar nicht lesen. Doch sei’s drum. Hier meine Facebookseite und hier mein Twitterprofil. Trotz meines neuen Jobs nehme ich mir übrigens heraus, kein Marketinggewäsch zu veröffentlichen. Ich sage nach wie vor meine Meinung, ganz unbestechlich. Ein Tweet sieht dann zum Beispiel so aus.

Neuer Master

Neben meinem Job habe ich ein weiteres tolles Projekt begonnen: Einen berufsbegleitenden Master in International Education Management. Dieser findet gleichzeitig an der PH Ludwigsburg und der Helwan University in Kairo statt. Das Ganze mit einem durchaus großzügigen DAAD-Stipendium. Jetzt muss sich nur noch die Sicherheitslage normalisieren.

Der MBA – Mumpitz oder Karriereboost?

Lohnt sich der MBA? Die Antwort: Jein. MBAs können die Karriere voran bringen, können aber auch eine teure Nullnummer sein. Wer einen MBA machen möchte, sollte daher genau hinschauen – und nicht billigen Werbeaussagen vertrauen.

Hier kann der MBA beim Reinkommen helfen. Bild: Stefan Georgi / Flickr.com

Hier kann der MBA beim Reinkommen helfen. Bild: Stefan Georgi / Flickr.com

Für einen MBA muss man tief in die Tasche greifen. Der Abschluss kostet zwischen 10.000 und 80.000 Euro, hinzu kommen Reisekosten sowie der Verdienstausfall – denn bei einem Vollzeitstudium kann man ja nur schwerlich nebenbei arbeiten. Lohnt sich das? Eine Frage, die der ehemalige Telekom-Vorstand Thomas Sattelberger klar verneint. Er bezeichnet MBAler auf Spiegel Online als „Barbies und Kens im Businesslook“, denen es an Loyalität fehle und deren Ausbildung alleine auf die Vermehrung von Macht und Geld ausgelegt sei. Harter Tobak. Differenziertere Stimmen antworten eher: Der MBA lohnt sich, aber nicht immer und nicht für jeden.

Worum geht es beim MBA?

Der MBA ist ein weiterbildender Master, der in Europa in der Regel ein Jahr dauert. Er ist komplett praktisch ausgerichtet und soll vor allem Nicht-BWLer intensiv in Managementtechniken ausbilden. Er richtet sich an Leute mit mindestens drei Jahren Berufserfahrung. Der MBA liefert im Idealfall drei Dinge: Inhaltliche Weiterentwicklung, Netzwerk sowie Reputation durch den Titel. Da es sich um ein weiterbildendes Programm handelt, muss man immer zahlen. Die Zielgruppen: Fachleute, die mit der Zeit in Führungspositionen aufgestiegen sind und ihre Kenntnisse nun ausbauen möchten sowie Leute, die den MBA als Sprungbrett für die nächste Karrierestufe nutzen wollen. Alles komplett legitim und nachvollziehbar.

MBAs: Ein wenig transparenter Markt

Der MBA kann teuer werden... Bild: Curis Gregory Perry / Flickr.com

Der MBA kann teuer werden… Bild: Curis Gregory Perry / Flickr.com

Das große Problem: Es handelt sich um einen privaten Markt, auf dem sich die Anbieter mit großen Versprechungen gegenseitig übertreffen – und diese nicht immer halten. Geködert werden die potentiellen Studierenden häufig mit der Aussicht auf massive Gehaltssteigerungen. Diese allerdings werden von den Hochschulen selbst erhoben, die natürlich ein Interesse daran haben, möglichst hohe Angaben zu machen. Daneben sind Gehaltssteigerungen ja relativ, denn auch ohne MBA erhöht sich der Lohn in der Regel von Jahr zu Jahr. Es kann also dauern, bis man die Investition in einen MBA wieder raus hat, wie auch schon die FAZ 2010 berichtete.

Hinzu kommt: Der private Hochschulmarkt steht wirtschaftlich teils auf tönernen Füßen. Drei renommierte Privathochschulen stehen aufgrund ihrer Schwierigkeiten derzeit in den Schlagzeilen:

Das Erschreckende: Bei diesen drei Institutionen handelt es sich um Hochschulen, die mit den höchsten Ansprüchen angetreten sind – und entsprechend hohe Gebühren nahmen beziehungsweise nehmen. Es sind Hochschulen, von denen ich persönlich Beratung niemandem abgeraten hätte – im Gegenteil. Die bange Frage lautet daher, ob sich noch weitere private Hochschulen finanziell in der Schieflage befinden. Ich weiß es nicht.

Und doch kann der MBA sich lohnen!

Gut gewählt ist der MBA eine großartige Investition. Bild: bryan / Flickr.com

Gut gewählt ist der MBA eine großartige Investition. Bild: bryan / Flickr.com

Dennoch: Keinen MBA zu machen, wäre der falsche Schluss. Extreme Äußerungen wie diejenigen von Thomas Sattelberger sind zwar unterhaltsam, aber wenig zielführend. Ein MBA kann einen tatsächlich in seiner Karriere weiter bringen. Wissen, Netzwerk und nicht zuletzt ein prestigeträchtiger Titel sind allesamt nützlich. Und die Verdienststeigerungen sind vielleicht mitunter übertrieben, aber dennoch real.

Ich rate also nicht vom MBA ab. Ich rate vielmehr dazu, kritisch hinzuschauen. Lohnt sich der MBA für mich persönlich? Welche Ziele hilft der MBA mir zu erreichen – und was sind die alternativen Wege? Ist der individuelle MBA der richtige für mich? Studiere ich mit den Leuten zusammen, die mir weiterhelfen können? Dabei kann durchaus herauskommen, dass man mit einem teuren MBA an einer Top-Business School besser fährt als mit einem günstigeren MBA an einer kleineren Institution.

Wo und wie den MBA suchen?

Wer sich für einen MBA interessiert, sollte darauf achten, dass Programm und Hochschule von einer guten Agentur akkreditiert sind – dazu gehören Equis, AACSB, Amba und Epas. Auch wichtig: Die Zulassungskriterien. Sind sie zu weich, wird nahezu jeder genommen – und das Niveau gedrückt. Wird ein hoher Wert im GMAT-Zugangstest verlangt, ist dies definitiv ein Plus. Auch MBA-Rankings sind wichtig. Am bekanntesten sind die MBA-Rankings der Financial Times und des Economist.

Am besten informiert man sich allerdings persönlich – zum Beispiel auf der MBA Lounge. Die MBA Lounge ist einerseits ein Informationsportal mit Suchfunktion und Infos rund um den MBA und andererseits eine MBA-Messe, die im Spätherbst 2013 in München, Stuttgart und Berlin stattfindet. Messen haben den großen Vorteil, dass man sich einen direkten Eindruck machen kann. Aber auch hier gilt: Nicht auf leere Werbeversprechen hereinfallen, sondern kritisch nachprüfen.

Private Bilder als Karrierekiller?

Bewerbungsberater raten, möglichst keine allzu privaten Bilder bei sozialen Netzwerken Facebook und Twitter einzustellen und sich in seinen Äußerungen zurück zu halten. Ein Foto mit Kippe im Mund und Cocktail in der Hand könne ein Karrierekiller sein. Ich sage: Unsinn, entspannen Sie sich und leben Sie weiter.

Nacktbilder gibt es seit den alten Griechen. Also ruhig Blut. Bild: Wally Gobetz / Flickr.com

Nacktbilder gibt es seit den alten Griechen. Also ruhig Blut. Bild: Kevin Dooley / Flickr.com

Sucht man im Netz nach Rat in Sachen Bewerbung, stößt man schnell auf Artikel mit reißerischen Überschriften wie „Partybilder im Netz als Karrierekiller“, „Bewerbungsfalle Social Media?“ oder „Verräterische Spuren im Internet als Karriere-Killer“. Die Artikel suggerieren, dass man sich hüten sollte, allzu viel von sich im Netz preis zu geben – wer weiß, wie das bei Personalern ankommt? Meine Antwort: Das ist völlig egal. Ich persönlich halte solche Artikel für Panikmache weltfremder Menschen, die zwanghaft „Content“ produzieren müssen, egal, ob sinnvoll oder nicht.

Aber der Reihe nach. Personaler sind Individuen und haben dementsprechend individuelle Meinungen. Es lässt sich also nicht ausschließen, dass ihnen irgendetwas negativ aufstößt. Vielleicht wird aus dem Lebenslauf eine Parteiorientierung deutlich, die dem Personaler nicht passt? Vielleicht mag der Personaler die Firma nicht, in der man ein Praktikum gemacht hat? Und möglicherweise findet sich ja auch etwas in sozialen Netzwerken, das ein Personaler nicht schätzt? Das alles mag sein. Aber es ist Unsinn, seine private Kommunikation danach auszurichten, was vielleicht irgendwann irgendwer mal gut finden könnte.

Personaler sind Profis. Sie wissen, dass sie Menschen einstellen und keine Maschinen. Fast jeder von uns war schon mehr als einmal betrunken. Und das gilt auch für die Personaler, die einen einstellen. Warum also sollte ein Partybild oder ein mittelmäßiges Youtube-Video ein Problem sein?

Natürlich gibt es Ausnahmen. Extreme politische Äußerungen sind problematisch. Rassismus, Homophobie, Aufforderungen zu Gewalt sind alles Dinge, die Sie schlecht aussehen lassen – online wie offline. Pornographie ist auch eher ungünstig. Ansonsten aber rate ich schlicht dazu, entsprechende Ratschläge zu ignorieren und sein Leben normal weiter zu leben. Auch in sozialen Netzwerken.

Oder in den Worten und Bildern des großartigen Webcomics XKCD:

Studienwahl – Die Qual der Auswahl

Oder: Warum Entscheidungen so schwierig sind

Abiturienten wie Bachelorabsolventen fühlen sich von der Auswahl, vor der sie stehen, erschlagen. Was studieren? Eine Frage mit tausend Antworten. Warum die Auswahl so schwierig ist – und welche Alternativen es gibt.

Zu viel Marmelade kann überwältigend sein. Bild: Tony Case / Flickr.com

Zu viel Marmelade kann überwältigend sein. Bild: Tony Case / Flickr.com

Beginnen wir mit einer Geschichte. In einem amerikanischen Supermarkt wurden Kunden an einem Tag 6, an anderen Tagen 24 verschiedene Marmeladen zum probieren angeboten. Wer probiert hatte, erhielt einen Preisnachlass von 1 Dollar für eine beliebige Sorte. Professorin Sheena Iyengar von der Columbia University wollte herausfinden, wie die Auswahl der Sorten die Entscheidungen der Kunden beeinflussen würde. 40% aller Kunden probierten von der kleineren Auswahl, 60% probierten von der größeren. Doch nun wird es spannend: Von der ersten Gruppe kauften 30% im Anschluss auch ein Glas Marmelade  und von der zweiten Gruppe – diejenige mit der größeren Auswahl – kauften im Anschluss nur 3%. Warum nur so wenige? Offenbar wirkte die Auswahl so groß, dass die Leute lieber gar keine Wahl trafen.

Abiturienten und Bachelorabsolventen stehen vor einem ähnlichen Problem: Die Auswahl ist riesig. Konkret stehen etwa 9.300 grundständige Studiengänge und 7.000 Masterprogramme zur Auswahl – alleine in Deutschland. Und im Ausland sind es noch viel mehr. Doch die Alternativen lassen sich immerhin strukturieren. Und dies tut dieser Artikel.

Ach ja: Wenn es schnell gehen muss, hilft mein Artikel Was studieren – Anleitung zur schnellen Studienwahl. Und richtig viele Infos gibt es natürlich in meinen Büchern Bachelor nach Plan und Master nach Plan.

1.         Disziplinär versus interdisziplinär

Wie sehr möchte man sich im Studium auf ein Fachgebiet konzentrieren? Eine zentrale Entscheidung bei der Studienwahl. Dabei kann es in beide Richtungen gehen: Extrem eng wie extrem breit. Ein Beispiel: Ein normales disziplinäres Studium wäre Maschinenbau. Nun wissen einige schon von Beginn an, dass sie im Luftfahrtbereich arbeiten wollen – und entscheiden sich für einen Bachelor in Luft- und Raumfahrttechnik – zum Beispiel an der Uni Stuttgart. Möchte man in die entgegen gesetzte Richtung gehen, also sehr generell studieren, bietet sich das Wirtschaftsingenieurwesen an, das BWL und Maschinenbau in sich vereint.

Ich selbst hatte mit meinem Bachelor in Staatswissenschaften – einer Mischung aus Wirtschaft, Politik und Recht – einen interdisziplinären Studiengang gewählt und dann einen reinen VWL-Master gemacht, also disziplinär studiert. Es geht aber auch anders herum: Man kann beispielsweise im Bachelor rein Volkswirtschaftslehre studieren – und im Master dann in die Breite gehen, indem man sich zum Beispiel für Philosophy and Economics in Bayreuth entscheidet.

2.         Inland versus Ausland

Das Ausland: Grenzenlose Studienfreiheit. Bild: Henning Mühlinghaus / Flickr.com

Das Ausland: Grenzenlose Studienfreiheit. Bild: Henning Mühlinghaus / Flickr.com

Warum unbedingt in Deutschland bleiben? Das deutsche Abitur sowie der deutsche Bachelor sind EU-weit ohne Wenn und Aber anerkannt und auch das BAföG kann man im Ausland problemlos beziehen. Die einzige Zusatzhürde: Ihr müsst in der Regel einen Sprachtest bestehen. Unsere Nachbarländer bieten einige großartige Studiengänge – und oftmals geringere Hürden, falls ihr Studiengänge mit hohem NC wählt. So sind in Österreich alle Fächer NC-frei – mit Ausnahme von Medizin, Psychologie und Kommunikationswissenschaft.

Infos zum Ausland gibt es an vielen Stellen. Besonders gut für die Studienwahl sind Studis Online sowie der Deutsche Akademische Austauschdienst. Wer generell nach Programmen im Ausland recherchieren möchte, ist bei Xstudy.eu, bachelorsportal.eu sowie mastersportal.eu richtig.

3.         National versus bi-national

Die meisten Studiengänge sind rein national – man studiert an einer Universität in einem Land und erhält dafür einen Abschluss. Man kann meist ein Auslandssemester einlegen, das war es aber dann auch. Doch es geht auch anders: Viele Bachelor- und Masterprogramme studiert man an zwei Hochschulen gleichzeitig – und erhält dann auch zwei Abschlüsse. Im Regelfall verbringt man die Hälfte der Zeit in Deutschland und die andere an der Hochschule im Partnerland.

Besonders viele bi-nationale Studiengänge gibt es in Kooperation mit Frankreich, organisiert durch die Deutsch-Französische Hochschule. Alle internationalen Studiengänge findet man, indem man in der Profisuche des Hochschulkompass im Bereich Studienform „Internationaler Studiengang“ angibt.

4.         Pures Studium versus duales Studium

Früher hieß es häufig bei der Studienwahl: Mach vorm Studium eine Berufsausbildung, dann hast du etwas richtiges gelernt. Heute geht beides gleichzeitig. Im dualen Studium macht man seine Ausbildung neben dem Studium an der Fachhochschule oder der Berufsakademie – Universitäten bieten keine dualen Studiengänge an. Ein duales Studium ist auch im Master möglich, allerdings gibt es hier nicht ganz so viele Angebote. Macht man einen dualen Master, arbeitet man in der Regel nebenbei als Trainee in einer Firma.

Die Suche nach dualen Studiengängen ist nicht ganz einfach, denn die Bewerbung findet in erster Linie über die Unternehmen statt. Leider gibt es keine zentrale Datenbank über alle Firmen, die ein duales Studium anbieten. Der Hochschulkompass listet auf seiner Seite alle dualen Studiengänge auf, die von Hochschulen angeboten werden. Ihr könntet euch dann an diese Hochschulen wenden und fragen, mit welchen Firmen sie kooperieren.

5.         Im Master: Konsekutiv versus nicht-konsekutiv versus weiterbildend

Für aufstrebende Manager: Der MBA. Bild: Avard Woolaver / Flickr.com

Für aufstrebende Manager: Der MBA. Bild: Avard Woolaver / Flickr.com

Im Regelfall studiert man einen Master, der inhaltlich auf dem Bachelor aufbaut – ein so genannter Konsekutivmaster. Allerdings gibt es auch Master, die nicht zwangsläufig auf einem fachlich entsprechenden Bachelor aufbauen. So kann man Literatur im Bachelor studiert haben und dann einen Master in Betriebswirtschaftslehre belegen. Einige Beispiele für nicht-konsekutive Master: Betriebswirtschaftslehre an der FH Kiel, Soziale Arbeit an der KU Eichstätt sowie Corporate Management & Economics an der Zeppelin Universität.

Eine andere Alternative: Erst einmal arbeiten gehen und später dann einen weiterbildenden Master machen wie zum Beispiel einen MBA. Weiterbildende Master sind immer praktisch angelegt und häufig berufsbegleitend. MBAs findet man im MBA Compass. Nach weiterbildenden Mastern kann man in der Profisuche des Hochschulkompass suchen.

Bücher und Bibliotheken? Bald vielleicht Vergangenheit dank MOOCs. Bild: Francois de Halleux / Flickr.com

MOOCs: Die Zukunft des Lernens?

In Amerika ein vieldiskutierter Trend, in Deutschland noch in den Kinderschuhen: Massive Open Online Courses – kurz MOOCs – bieten gratis weiterbildende Kurse auf Universitätsniveau mit entsprechenden Zertifikaten. Freie Bildung für alle – eine Utopie, die mittels MOOCs verwirklicht wird?

Statt nach Weiterbildung zu suchen, säßen viele lieber im Café. Bild: Sherman Geronimo-Tan / Flickr.com

Ein Kaffee wäre schön. Bild: Sherman Geronimo-Tan

Weiterbildung, lebenslanges Lernen, Flexibilität – allenthalben hören wir, dass es mit dem Hochschulabschluss allein nicht getan ist. Das Lernen hört nie auf. Immer schneller, immer mehr, immer weiter. So sitze ich eines Sonntags vor meinem Computer statt mit Freunden im Café und suche nach Weiterbildungsmöglichkeiten. Vielleicht an der Volkshochschule mein Spanisch auffrischen? Die Kurszeiten beißen sich mit meinem Sport. Vielleicht jeden Tag ein Video von der Khan Academy schauen, einer Seite mit tausenden Erklärvideos von Wirtschaft bis Geschichte und Philosophie? Ist wie bei allen guten Vorsätzen: Macht man eh nicht. Viel Geld für kommerzielle Anbieter ausgeben? Dagegen hat mein Geldbeutel etwas einzuwenden. Was also tun? Ich mache mir ersteinmal einen Kaffee.

Eine neue Bildungsrevolution?

MOOCs: Sieht so die Zukunft des Studierens aus? Bild: Mitchell Joyce / Flickr.com

MOOCs: Sieht so die Zukunft des Studierens aus? Bild: Mitchell Joyce / Flickr.com

Dann stoße ich auf MOOCs. Massive Open Online Courses. Der Hype des Jahres in den USA – immerhin wurde das Wort von der New York Times zum Schlagwort des Jahres 2012 gekürt. In Deutschland sind MOOCs dagegen bisher noch nicht ganz angekommen, auch wenn die Presse das Thema langsam für sich entdeckt – so zum Beispiel Mercedes Bunz für den Tagesspiegel.

Aber was sind MOOCSs? Es handelt es sich – wie der Name schon sagt – um Onlinekurse, die gratis sind („open“) und einer theoretisch unendlich großen Zahl an Teilnehmern („massive“) offen stehen. Außerdem bieten sie umfangreiche Interaktionsmöglichkeiten für die Studierenden untereinander. MOOCs leben also davon, dass viele Studierende teilnehmen: Je mehr es sind, desto besser und intensiver die Diskussion. Der Clou: Am Ende nimmt man an einer Prüfung teil und erhält ein entsprechendes Zertifikat. Die Universität Freiburg, die FU Berlin und die TU München erkennen als erste deutsche Universitäten bestimmte Kurse eines Anbieters, Udacity, als reguläre Prüfungsleistungen an. Klingt vielversprechend.

Also entscheide ich mich für ein MOOC. Ich will mich weiterbilden, ich will ein hohes Niveau und ich will einen Nachweis dafür haben. In Deutschland gibt es leider keine einzige Institution, die MOOCs anbietet. Schauen wir also nach Amerika. Dort sind derzeit drei Projekte am Start: 1. edX, eine gemeinnützige Plattform, die von Harvard und dem MIT gegründet wurde, allerdings noch in den Kinderschuhen steckt, 2. Udacity, das sich derzeit nur an Physiker und Informatiker richtet sowie 3. Coursera, das Kurse in allen Bereichen anbietet und bereits einige hundert Seminare auf Lager hat. Weitere Anbieter werden bald folgen, zum Beispiel die britische Plattform Futurelearn, die bisher allerdings noch recht leer ist.

Die Plattformen haben dabei ambitionierte Ziele: Udacity möchte bereits 2013 ein komplettes Informatikstudium online anbieten – von der Einführungsvorlesung bis zum hochspezialisierten Masterkurs. Dabei sollen einzelne deutsche Lehrstühle bereits Credits akzeptieren, die auf bei Udacity gesammelt wurden. Einen Anspruch darauf hat man allerdings nicht. Coursera schreibt als Ziel aus, „Milliarden von Menschen eine Weltklassebildung zu ermöglichen“. Und edX ruft mit MOOCs die Bildungsrevolution aus. Gut gebrüllt, Löwe.

Bücher und Bibliotheken? Bald vielleicht Vergangenheit dank MOOCs. Bild: Francois de Halleux / Flickr.com

Bücher und Bibliotheken? Bald vielleicht Vergangenheit dank MOOCs. Bild: Francois de Halleux / Flickr.com

Nun geht es ans Ausprobieren. Da ich kein Technikfreak bin, fällt meine Wahl auf Coursera. Die MOOC-Plattform wurde im April 2012 von zwei Stanford-Professoren gegründet. Mittelfristig will die Firma Gewinn machen, die Kurse sollen allerdings gratis bleiben. Auch Udacity ist profitorientiert, nur edX ist komplett wohltätig. Geld wollen die Webseiten vor allem damit verdienen, dass Kursteilnehmer ihre Klausuren gegen eine Gebühr in Testcentern machen und dafür ein entsprechend „wertigeres“ Zertifikat erhalten – am Computer zuhause kann man ja schummeln.

Ich belege den Kurs „Organizational Analysis“. Die erste Vorlesung ist vielversprechend: Sie ist interessant, verständlich und wird regelmäßig von Quizfragen unterbrochen – so ist sicher gestellt, dass man auch wirklich zuhört. Das dazugehörige Forum ist voll mit Diskussionen, Fragen und Antworten. Eine globale Community studiert gemeinsam. Ich bin begeistert.

Nach der Vorlesung möchte ich gerne die entsprechenden Materialien lesen – doch hier folgt die Überraschung: Die meisten sind kostenpflichtig. Die Preise sind nicht hoch (zusammen 10 Dollar für die erste Einheit), aber das läppert sich ja mit der Zeit. Klarstellung vom Dozenten im Forum: Da die Dokumente per Copyright geschützt sind, könne man sie beim besten Willen nicht gratis weitergeben. Die Bezahlmaterialien seien sowieso nur nötig, wenn man tief einsteigen möchte. Wer sowieso studiert und damit Zugang zu einer Unibibliothek hat, kann sich die Materialien natürlich auch so besorgen. Wer das nicht kann, der hat Pech. Da läuft also noch einiges unrund. Aber noch sind MOOCs ja auch neu, da lässt sich noch einiges verbessern.

MOOCs – der Schlüssel zur Demokratisierung von Bildung?

Bringen MOOCs die Revolution? Bild: Michael Thompson / Flickr.com

Bringen MOOCs die Revolution? Bild: Michael Thompson / Flickr.com

Gerade in Entwicklungsländern ist der Mangel an (guten) Universitäten ein großes Problem. Wenn es keine beziehungsweise keine gute Lehre gibt, haben auch die talentiertesten jungen Menschen keine Chance auf gute Hochschulbildung. MOOCs wären hier ein Rezept, preisgünstig exzellente Lehre auch noch an den hintersten Ort der Welt zu bringen – vielleicht auch in Kombination mit Präsenzlehre. Allerdings wittern hier einige Kritiker Bildungskolonialismus – der reiche Norden diktiert den weltweiten Wissenskanon.

Ich frage Anja C. Wagner, die seit Jahren zu Bildungsthemen forscht. Sie sieht diese Frage entspannt: „Wer sagt, dass MOOCs ausschließlich aus dem Westen initiiert werden müssen? Auch in Asien wächst der Online-Bildungsmarkt rasant – und angesichts der dort vorherrschenden Experimentierfreude könnte ich mir durchaus vorstellen, dass bald ganze Länder daran gehen, die Präsenz-(Hoch-)Schulen zurückzufahren.“

Doch sind MOOCs wirklich ein Konzept für die breite Masse? Bei MOOCs ist die Eigenmotivation extrem wichtig, denn man steht zeitlich und sozial nicht unter Druck. Gerade schwächere Studierende brauchen persönliche Betreuung – und die bieten diese Art von Onlinekursen ja gerade nicht. Laut Wagner wird ein MOOC-Vollstudium „derzeit nur Personen mit sehr hoher Selbstmotivation glücken. Insofern wird es in unseren Breitengraden noch einige Zeit diverser Unterstützungsleistungen bedürfen, die sich vor allem rund um die Bereitstellung von Lernräumen und -zeiten gruppieren.“

Deutschland: Kein Internetanschluss unter dieser Nummer?

Kein Anschluss in Schland: Deutschland ist bei MOOCs bisher außen vor. Bild: Jenny Downing / Flickr.com

Kein Anschluss in Schland: Deutschland ist bei MOOCs bisher außen vor. Bild: Jenny Downing / Flickr.com

In Deutschland experimentiert noch niemand mit MOOCs. Anja Wagner hält dies für ein großes Versäumnis: „Die hiesigen Hochschulen werden derzeit von dieser Entwicklung überrollt. Sie haben schlichtweg den Anschluss verpasst und das Potenzial informeller Vernetzungen unterschätzt.“

Was können deutsche Hochschulen besser machen? Wagner ist sich nicht sicher. „Eigene MOOCs diesem englischsprachigen Angebot entgegenzustellen, dürfte weniger attraktiv sein für Studierende. Es braucht einer gewissen kritischen Masse, um innerhalb eines solchen Kurses genügend Potential für vielfältige Interaktionen zwischen den Studierenden zu ermöglichen. Es wird interessant sein zu beobachten, wie sie mit dieser für sie unerwarteten Konkurrenz umgehen.“

Update 31. Januar 2013: So schnell ändern sich die Dinge: Das Interview mit Anja Wagner fand im November 2012, seitdem ist ein Anbieter in Deutschland dazu gekommen – die Leuphana Digital School. In diesem Pilotprojekt arbeiten Teams unter Leitung des weltberühmten Architekten Danien Liebeskind an dem Thema “ThinkTank – Ideal City of the 21st Century” – das ganze findet online statt und jeder kann gratis mitmachen. Gegen eine kleine Gebühr erhalten Teilnehmer am Ende ein Zertifikat, das sie als Prüfungsleistung versuchen können, in ihr Studium einzubringen. Spannende Sache!

(K)eine Revolution?

Der Schweizer Sozialunternehmer Michel Bachmann sieht im Hochschulbildungsbereich dringenden Veränderungsbedarf. „Higher Education ist die nächste Blase, die platzt. Damit meine ich die ganzen MBAs und Inflation von Titeln. Die alte Formel „MBA = guter Job“ geht schlichtweg nicht mehr auf. Die einzige Gewissheit ist, dass man danach hohe Schulden hat.“ Neue Formen der Wissensvermittlung im Netz sieht Bachmann dabei als einen Schlüssel.

Sind Massive Open Online Courses das Konzept, das diese Veränderung bewirkt? Anja Wagner: „MOOCs sind eine interessante Entwicklung, wenn auch weniger revolutionär, wie es jetzt in der Diskussion erscheint. Verschiedene Anbieter experimentieren seit einiger Zeit mit verschiedenen Lehrmodellen, die unser klassisches Verständnis von ‚qualitativer’ Bildung via (Hoch-)Schulen noch eine Weile herüber retten.“ Wie Bachmann stellt auch sie die derzeitige Hochschullandschaft in Frage. „Lediglich die Zertifikatsfrage zwecks Vergleichbarkeit der erzielten Ergebnisse bindet das Modell noch an die ‚Good Old School’. Aber auch hier wird bereits mit Alternativen experimentiert.“

Beyond MOOCs: Bildung komplett auf Augenhöhe. Bild: Dani Vazquez / Flickr.com

Beyond MOOCs: Bildung komplett auf Augenhöhe. Bild: Dani Vazquez / Flickr.com

Bachmann ist einer derjenigen, die über neue Modelle nachdenken: „Bildung ist heute noch zu sehr eine Einbahnstraße, gerade auch im Online Bereich. Meine Vision wäre eine horizontale Plattform, wo es wieder ums Lernen statt um Bildung geht und alle zur kollektiven Wissensproduktion beitragen. Sprich: Die Dichotomie Lehrer/Student wird aufgehoben und wir werden alle zu Lernenden.“

Wagner glaubt, dass in Zukunft viele Formen des Lernens nebeneinander existieren werden: „Warum sollen nicht zukünftig vielfältige Bildungskarrieren nebeneinander existieren, die sich wechselseitig fördern und fordern? Einzelne Personen werden sich in Zukunft das für sie treffendste Modell selbst zurecht zimmern. Und dieses Modell wird internationale MOOCs ebenso beinhalten, wie lokale Seminare, informelle Lerngruppen oder kollaborative Experimentierräume. Je nachdem, wo sich die Person am wohlsten fühlt.“ Dabei ist sie optimistisch: „Warten wir ab, was die kollektive Intelligenz uns noch an weiteren Entwicklungen zuträgt.“ Es bleibt also spanned.

Dieser Artikel über MOOCs erschien zuerst bei Studis Online.

 

Keine gute Idee: Aussagen so leer wie ein Fußballstadion in der Winterpause. Blid: Andrew Ashton / Flickr.com

Motivationsschreiben fürs Studium: Vorsicht Falle!

Bei Bewerbungen fürs Studium sind häufig Motivationsschreiben erforderlich. Hier meine Top 11-Liste an Fehlern, die man besser vermeiden sollte. Und wie es richtig geht, erkläre ich in meiner Anleitung zum Motivationsschreiben fürs Studium.

1. Aussagen ohne Inhalt

Keine gute Idee: Aussagen so leer wie ein Fußballstadion in der Winterpause. Blid: Andrew Ashton / Flickr.com

Keine gute Idee: Aussagen so leer wie ein Fußballstadion in der Winterpause. Blid: Andrew Ashton / Flickr.com

Wir treffen ständig inhaltslose oder offensichtliche Aussagen. „Kalt draußen“, „Lage im Mittleren Osten problematisch“, „Berliner Flughafen verzögert“: Das alles weiß man eh bereits und müsste man nicht wiederholen. Man macht es aber trotzdem. Und das ist okay – aber nicht im Motivationsschreiben.

Hier einige Beispiele aus realen Motivationsschreiben[1]:

  • Die Vorlesungen meines Bachelorstudiums waren durchweg sehr interessant“. Die Vorlesungen mögen interessant gewesen sein, allerdings ist das allgemein, dass der Satz keinerlei Aussagekraft hat.
  • Ich möchte ein Erasmussemester machen, da internationale Erfahrungen sehr wichtig sind.”. Aha. Internationale Erfahrungen sind also wichtig. Und warum?
  • Auf der Suche nach einem geeigneten Studienplatz für ein Masterstudium bin ich auf den Studiengang ‚Management im Gesundheitswesen’ an Ihrer Fachhochschule gestoßen.” Was daran inhaltslos ist? Es ist offensichtlich. Wie soll man denn sonst auf einen Studiengang stoßen?
  • Osnabrück ist eine abwechslungsreiche Stadt mit zahlreichen Freizeitangeboten und einer attraktiven Umgebung.” Erst einmal stimmt das gar nicht – aber selbst, wenn es so wäre, wäre dies ein denkbar schlechtes Argument dafür, in ein Masterstudium aufgenommen zu werden. Denn bewirbt sich auf einen Studienplatz, nicht für eine Stadt.

2. Zu viel Motivationsblabla, zu wenig Inhalt

Viele Bewerber denken, dass „Motivationsschreiben“ bedeutet, die eigene Motivation in möglichst vielen Varianten zu betonen. Ich habe schon Schreiben gesehen, die zur Hälfte aus einer Variation von folgendem Satz bestanden:

  • Ich bin von Ihrem einmaligen Programm und Ihrer Universität begeistert und wäre stolz und motiviert, bei Ihnen studieren zu dürfen.“ Für sich ist der Satz okay. Nur sollte man ihn nicht ständig wiederholen.

Noch besser ist es allerdings, die eigene Motivation auch mit Argumenten zu unterlegen. Ein Positivbeispiel:

  • Das Masterprogramm überzeugt mich aufgrund der einzigartigen Kombination der Bereiche Philosophie und Betriebswirtschaftslehre. Dass Ihre Hochschule im diesjährigen Ranking der Financial Times eine hohe Platzierung erreichen konnte, spricht für Ihre Qualität und motiviert mich, als Studentin Teil Ihrer Universität zu werden.“

3. Kein Bezug zum Studiengang

Manche Bewerber erzählen im gesamten Motivationsschreiben über sich – und erwähnen das angestrebte Studium gerade mal in der Betreffzeile. Zwar sollte man in bei der Bewerbung für den Master in der Tat von sich selbst sprechen, dies muss allerdings immer in Bezug auf das angestrebte Studium geschehen. Ein Positivbeispiel:

  • Durch mein dreimonatiges Praktikum bei der Firma Hasenpeter PR in München durfte ich zahlreiche Erfahrungen im Bereich der öffentlichen Kommunikation machen. Die Arbeit dort hat meinen Wunsch, auch nach meinem Bachelorabschluss mein Wissen in diesem Fachbereich zu vertiefen, gefestigt. Die optimale Möglichkeit für dieses Vorhaben bietet ihr Masterprogramm aufgrund X und Y.“

4. Angeberei

Meins, Alter! Angeberei ist im Motivationsschreiben genauso unsympathisch wie im richtigen Leben. Bild: Mohammed Nairooz / Flickr.com

Meins, Alter! Angeberei ist im Motivationsschreiben genauso unsympathisch wie im richtigen Leben. Bild: Mohammed Nairooz / Flickr.com

Schätzen Sie sich glücklich, diese Zeilen zu lesen. Denn mit den bisherigen Punkten konnte ich bereits nachhaltig Ihr Bewerbungskönnen in Sachen Motivationsschreiben verbessern. Ich hebe Ihre Fähigkeiten auf eine neue Stufe – argumentativ, rhetorisch und logisch. Dadurch habe ich entscheidenden Anteil an Ihrem akademischen und beruflichen Erfolg.

Fällt Ihnen etwas auf? Das war ganz schön aufschneiderisch – und unsympathisch. Mit so jemandem möchte man nicht unbedingt zusammen arbeiten oder studieren. Und doch denken viele, dass in Motivations- und Bewerbungsschreiben genau dieser Stil gefragt ist. Ist er nicht.

Natürlich zeigt man sich in Motivationsschreiben von seiner besten Seite. Natürlich sollte man selbstbewusst wirken. Wer es aber übertreibt, wirkt wie im echten Leben – unsympathisch. Hier ein reales Beispiel, wie man es nicht machen sollte (Namen und Firmen geändert):

  • Um unabhängig arbeiten zu können, bedarf es herausragender Organisationsfähigkeiten, außergewöhnlicher Führungsstärke und überragender Kreativität. Diese Fähigkeiten konnte ich mir während meines Praktikums bei Siemens in Vancouver, als engagiertes Mitglied des Börsenvereins sowie als Mitbegründer von coffeehouse.com aneignen.

5. Selbstcharakterisierungen

Vielleicht sind Sie versucht, Ihre herausragenden Charaktereigenschaften im Motivationsschreiben mit einzubringen. Dass Sie belastbar sind, teamfähig, sensibel und verantwortungsvoll. Tun Sie es nicht. Eigenlob stinkt. Immer. Ihre Charaktereigenschaften ergeben sich aus dem, was Sie tun. Wenn Sie seit Ewigkeiten Kirchenfreizeiten leiten, wenn Sie sich im Sportverein engagieren, wenn Sie sich im Fachschaftsrat engagieren, sagt das tausendmal mehr aus, als wenn Sie von sich behaupten, ein so netter Mensch zu sein. Hier ein paar Negativbeispiele:

  • Dabei darf ich mich selbst als sehr belastungsfähig erleben, da ich in Extremsituationen handlungsfähig bleibe und unter großem Druck verantwortungsvolle Entscheidungen treffen kann.“
  • Meine Vorgesetzten loben an mir meine Zuverlässigkeit, meine innovativen Ideen sowie meine große Teamfähigkeit.“

6. Umgangssprache

Ein eher seltener Fehler – die Nutzung einer komplett unpassenden Sprache. Bei einem Motivationsschreiben, aus dem diese Zitate stammen, bin ich allerdings fast vom Stuhl gefallen:

  • Ich heiße Luisa und studiere seit September 2009 an der FH Erfurt Eventmanagement. Der Weg dorthin war steinig und schwer und hat mich und alle um mich rum definitiv viele Nerven und graue Haare gekostet.“
  • Mir ist es sehr wichtig dieses Studium zu absolvieren, da ich im Leben keine weiteren Anhaltspunkte habe um später etwas zu erreichen. Ich habe leider auch nicht die finanzielle Möglichkeit mein Leben sinnlos zu verplempern.“

7. Logische Sprünge

Schwer mit einem Zitat zu belegen, ist dies doch einer der häufigsten Fehler. Dieselben Dinge werden an verschiedenen Stellen angesprochen, es gibt keinen roten Faden, keine Geschichte, keine Kohärenz. Mein Tipp: Achten Sie auf eine gute Ordnung und einen roten Faden in Ihrem Schreiben.

8. Guttenberg Style

Kopieren Sie nicht - und vor allem nicht von mir! Bild: Tim Bartel / Flickr.com

Kopieren Sie nicht – und vor allem nicht von mir! Bild: Tim Bartel / Flickr.com

Schreiben Sie nicht ab – auch nicht von mir! Meine Anleitung zum Motivationsschreiben fürs Studium enthält eine Reihe von Beispielformulierungen. Kopieren Sie sie nicht – denn auch anderen lesen meine Artikel. Folgende E-Mail eines Professors erreichte mich vor einiger Zeit:

Lieber Herr Horndasch,

Ihre Vorschläge für Motivationsschreiben für Masterstudiengänge haben durchschlagenden Erfolg :-)

Den Satz “Mir ist bewusst, dass Ihre Fakultät den Bewerbern nur eine begrenzte Anzahl von Studienplätzen anbietet. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass mich meine akademische Vorbildung dazu befähigt, Ihren hohen akademischen Standards mehr als zu genügen und einen engagierten Beitrag zum …. .” haben wir in gefühlten 20 % der Bewerbungen diese Woche gelesen!

Herzliche Grüße!

9. Rechtschreibfehler

Natürlich organisierte Horst die Abschiedsfeier für seinen besten Freund Heinz. Und doch war es ihm ein Rätsel, warum gerade er als einziger im Freundeskreis ohne Masterstudienplatz geblieben war.

Gerne organisierte Horst die Abschiedsfeier für seinen besten Freund Heinz. Und doch war es ihm ein Rätsel, warum gerade er als einziger ohne Masterstudienplatz geblieben war. Bild: AdiH / Flickr.com

Kein Fehler kickt mehr aussichtsreiche Studierende aus Bewerbungsverfahren als Rechtschreibfehler. Weit mehr als die Hälfte aller Motivationsschreiben, die ich lese, enthalten haarsträubende Fehler. Tödlich bei der Bewerbung an einer wissenschaftlichen Institution.

Dabei ließe sich das so leicht vermeiden: Word filtert schon einiges heraus (wenn man denn die Vorschläge ernst nimmt). Die verbleibenden Fehler lassen sich durch Freunde und Verwandte eliminieren. Man sollte sich allerdings jemanden suchen, der wirklich gut schreiben kann – und dies nicht nur behauptet.

10.   Sich nicht an Regularien halten

Hochschulen sagen häufig sehr klar, was im Motivationsschreiben stehen soll und welche Länge sie erwarten. Daran sollte man sich halten. Viele tun das nicht – meist aus Ignoranz. Und genau das signalisiert man, indem man sich nicht an die Forderungen hält: Ignoranz, Schluderigkeit, Oberflächlichkeit. Tun Sie das nicht – und machen Sie es besser.

11.   Sich unwohl fühlen

Wenn Sie sich irgendwo bewerben und das Gefühl haben, sie können sich nicht richtig mit Ihrem Schreiben identifizieren – dann haben Sie mit diesem Gefühl möglicherweise Recht. Im Motivationsschreiben sollte man sich von seiner besten Seite zeigen – wer sich aber als jemand anders zeigt als derjenige, der er ist, macht in der Regel einen Fehler.

 

Übrigens: Sehr gute Tipps zu allen Bewerbungsfragen – und somit natürlich auch zu Motivationsschreiben fürs Studium – bietet übrigens Gerhard Winkler auf seiner Internetseite.

 


[1] Bei allen realen Beispielen wurden Namen und Orte geändert.

Workshops zur perfekten Masterbewerbung in Berlin und Regensburg

Den richten Master auswählen, Motivationsschreiben und Lebensläufe schreiben – ein Alptraum für viele Studierende. In meinen Workshops zeige ich, wie es geht – praxisnah, unterhaltsam und konstruktiv.

Sebastian Horndasch

Individuelle Beratung in meinen Workshops Bild: e-fellows.net

Vor der Wahl des richtigen Masters steht die Suche – bei zahlreichen Möglichkeiten im In- und Ausland sowie mangelnder Übersichtlichkeit eine Herausforderung. Bei der konkreten Auswahl spielen viele Faktoren eine Rolle, unter anderem berufliche Erwägungen, die inhaltliche Ausrichtung oder das Renommee der Hochschule. Im Seminar “Der perfekte Master – Auswahl und Bewerbung” lernen Studierende konkret, wo und wie sie suchen können – und wie sie gute von schlechten Masterprogrammen unterscheiden.

Bewerbungen für Masterprogramme erfordern häufig Motivationsschreiben und Lebensläufe – ein großer Unsicherheitsfaktor für Studierende. In meinem fünf- bis sechsstündigen Workshop lernen die Teilnehmer, worauf sie beim Schreiben ihres Motivationsschreibens achten sollten und wie ein guter Lebenslauf aussieht. Dabei erarbeiten wir gemeinsam eine Struktur sowie Schlüsselformulierungen für eine gelungene Bewerbung.

Im Januar 2013 halte ich den Workshop an mehreren Orten, noch nichts ganz ausgebucht sind die beiden in Regensburg und Berlin. Hier die Daten:

Regensburg am Donnerstag, den 10.01.2013, 10:00 – 15:00 Uhr

Ort: Agentur für Arbeit Regensburg, Raum 2.085

Kosten: Keine

Verbindliche Anmeldung (mit Angabe von Name, Studiengang, Semester/ Abschluss): regensburg.271-Akademiker@arbeitsagentur.de oder careerservices@hs-regensburg.de

Berlin am Montag, den 14.01.2013, 13:00 – 18:00 Uhr

Ort: Agentur für Arbeit Berlin Mitte, BIZ, Friedrichstr. 39, 10969 Berlin, Gruppenraum B

Kosten: Keine

Anmeldung: per E-Mail an: Berlin-Mitte.Hochschulteam@arbeitsagentur.de

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