Diese Versicherungen braucht man als Student

Auch als Student sollte man bereits über Versicherungen nachdenken – wer sich allerdings mit zu vielen Eindeckt, kann sich finanziell schnell ruinieren. Eine Übersicht, was man braucht – und was überflüssig ist.

Arm ab? Glücklich, wer versichert ist.

Es gibt exakt zwei Versicherungen, die man als Student unbedingt haben sollte: Eine Krankenversicherung und eine Haftpflichtversicherung. Der Rest ist unnötig.

Krankenversicherung: Bei den gesetzlichen Krankenkassen kann man sich als Student bis zum 25. Geburtstag gratis über die eigene Familie mitversichern lassen. Ist man älter, fällt ab April 2011 ein Einheitsbetrag von 64,77 € an (vorher: 55,55 €). Man kann sich auch privat versichern lassen, dies kostet allerdings meist mehr. Für Auslandsaufenthalte lohnt sich eine Auslandskrankenversicherung, die für unter 15 Euro pro Jahr zu kriegen ist, bei der man aber nur bis zu eineinhalb Monate am Stück im Ausland sein darf. Für längere Zeiträume muss man auf teurere Versicherungen zurückgreifen.

Haftpflichtversicherung: Die Haftpflichtversicherung deckt Schäden ab, die man anderen Leuten zufügt. Und die können immens sein: Man tritt auf die Geige einer Freundin, die dadurch stark beschädigt wird. Vielleicht lässt man versehentlich das MacBook Pro eines Kumpels fallen und zerstörst es. Oder noch schlimmer: Man fügt jemandem aufgrund einer Unachtsamkeit bleibende körperliche Schäden zu. All dies kann passieren – ohne Haftpflichtversicherung zahlt man im schlimmsten Fall ein Leben lang. Daher ist eine Haftpflichtversicherung auch für Studenten absolut notwendig. Wer zwischen Schule und Studium nicht gearbeitet hat, sollte von der Haftpflicht der Eltern abgedeckt sein. Für den Notfall sollte man aber nachfragen – denn ohne diese Versicherung kann es im Notfall eng werden.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Einige Studenten schließen eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab, die ihnen eine Rente auszahlt, falls sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten können. Allerdings zahlen sie gut und gerne monatlich 40 Euro, was eine große Belastung sein kann. Falls man eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, sollte man dringend auf eine so genannte »Nachversicherungsgarantie« achten, die es ermöglicht, die Rentenleistung später ohne neuerliche Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Ob man als Student die Versicherung braucht, muss man selber wissen.

Rentenversicherung oder Risikolebensversicherung: Private Rentenversicherung oder eine Risikolebensversicherung sind für Studenten überflüssig. Die Verträge sind meist unflexibel und die Renditen niedrig, auch wenn Banken gerne das Gegenteil erzählen. Spätestens mit dem Eintritt ins Berufsleben sollte man sich über eine private Rentenvorsorge Gedanken machen.

Hausratversicherung: Eine Hausratversicherung lohnt sich nur, wenn man sehr teure Dinge in Deiner Wohnung aufbewahrt – bei Studenten eher selten. Wer seinen Hauptwohnsitz noch bei den Eltern hat, ist möglicherweise über sie mitversichert. Eine eigene Hausratversicherung ist für den typischen Studenten rausgeschmissenes Geld.

Rechtsschutzversicherung: Ähnliches gilt für studentische Rechtsschutzversicherungen, die bei Rechtsstreitigkeiten die Anwaltskosten zahlen – Studenten werden sie normalerweise nicht brauchen.

Bild: Sint-Katelijne-Waver / Flickr.com

Sebastian Horndasch ist Studienberater, freier Journalist und Autor der Bücher Bachelor nach Plan und Master nach Plan. Vorher arbeitete er zweieinhalb Jahre für die Unternehmensberatung Control Risks. Sebastian hat VWL und Politik in Erfurt, Madrid und Nottingham studiert. Er lebt in Berlin.

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